Club Nachrichten

Die Ecke des Club-Präsidenten

Von: 
Prof. Dr. jur. Jörg Rehberg (†)

Ich halte es für eine der interessantesten Zeiterscheinungen, dass sich – was in der öffentlichen Diskussion über parapsychologische Phänomene weitgehend unbeachtet bleibt – die neueren Erkenntnisse der Physik mehr und mehr zu einem Weltbild führen, das demjenigen alter Weisheitslehren und seriöser Esoterik immer mehr entspricht. Andere Wissenszweige, wie etwa Medizin und Psychologie, basieren immer noch weitgehend auf der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Vorstellung einer strengen Trennung von Geist und Materie, in welch letzterer bestimmte Ursachen in voraussagbarer und wiederholbarer Weise zu bestimmten Wirkungen führen. Doch ist dieses mechanisch-kausale Weltbild im Lichte der modernen Physik seit langem überholt. Sie hat zur Einsicht geführt, dass es keine “objektive” Realität, keine Trennung von Materie und Geist gibt, und dass dieser das äussere Geschehen zu beeinflussen vermag. Mit dem Theorem von John Bell wurde bewiesen, dass Teile und Ereignisse trotz räumlicher Trennung und fehlendem Kausalzusammenhang irrational miteinander verbunden sein können. Mehr und mehr findet auch die von C.G. Jung und dem Physiker Wolfgang Pauli erforschte Synchronizität, der Sinnzusammenhang zwischen gleichzeitigen Vorkommnissen in der Psyche und in der sog. Aussenwelt, in der Naturwissenschaft Beachtung. Damit erhält der uralte Lehrsatz von Hermes Trismegistos “wie oben, so unten” eine neue Grundlage, und das gilt auch für darauf beruhende esoterische Schulen wie Astrologie oder Chirologie. Akausale Verbindungen dieser Art, so nimmt man in der Physik an, müssen eine gemeinsame Wurzel in einer höheren Ordnung haben, die nicht mehr von Raum und Zeit geprägt und unserem Verstand kaum zugänglich sind. Das vermag auch das Vorkommen sogenannter übernatürlicher Ereignisse und Fähigkeiten besser verständlich zu machen. Vieles deutet also darauf hin, dass man spirituelle Weltsichten in absehbarer Zeit nicht mehr als Ideen weltfremder Esoteriker abtun können wird, sondern sie auch nach dem Urteil der Naturwissenschaft ernst nehmen muss.