Linda Vera

Ein Künstlerporträt von Robert Stiefel

Linda Vera Roethlisberger ist eine starke, eigenwillige Persönlichkeit von seltener Ausstrahlung. Sie vermag als Malerin, Autorin, Medium und Heilerin gleichermassen zu überzeugen. Ihre Bilder, Bücher, Essays und Gedichte, aber auch ihre persönlichen Hilfestellungen für Menschen sind Ausdruck einer schöpferischen Energie, Kreativität und immerwährender Suche nach Wahrheit.

Die Lebensgeschichte wird in einem Autorenbericht von Heike DuPasquier treffend zusammengefasst:

"1956 in Herzogenbuchsee aufgewachsen, entschied sie sich zunächst dazu, Lehrerin zu werden. Doch bereits während der Seminarzeit fühlte sie den Wunsch in sich wachsen, auch ihren künstlerischen Neigungen zu folgen. Parallel zu ihrer Lehrtätigkeit belegte sie Kurse an der Kunstgewerbeschule Bern bei Rudolf Mumprecht. Anfang der 80er Jahre führte sie ihr Weg nach Paris an die "Académie Port Royal". Im Atelier von Claude Jurre, Daniel Ravel und Marcel Marcel malte sie ihre ersten Oelbilder. Inzwischen hat sie sich als Malerin längst einen Namen gemacht. Auf zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland sind ihre Bilder gezeigt und erfolgreich verkauft worden. Ein Höhepunkt war der Salon d'Automne in Paris.

1986 erweiterte sie ihren Tätigkeitsbereich erneut: Sie begann sich während den drei folgenden Jahren auch in der Schweizerischen Parapsychologischen Gesellschaft in Zürich der medialen Lebensberatung und - Schulung zu widmen. 1990 gründete sie in Küsnacht bei Zürich TRILOGOS, ein Institut für Persönlichkeits- und Bewusstseinsschulung. Neben ihr selbst wirken dort internationale Referenten an der Entfaltung eines neuen Menschenbewusstseins.

Ihr Lehrbuch der Medialität "Der sinnliche Draht zur geistigen Welt" ist erschienen, ebenso der Roman "Der Mongole", den sie mit Karin Vial zusammen geschrieben hat. In ihrem Manuskript "Geheimnisvolle Stille" treten die in aufwendiger Mischtechnik aus Batik und Oelfarben geschaffenen Bilder von Linda Roethlisberger erstmals in einen inspirierenden Dialog mit eigenen Texten der Künstlerin. Sie lädt uns ein zum vertieften Schauen, zur Meditation und eröffnet uns in universellen Symbolen den Zugang zu jener anderen Welt, die ihr selbst so innig vertraut ist."

Nun gilt es jedoch an dieser Stelle das künstlerische Schaffen von Linda Vera zu würdigen. Wer das Temperament und die starke, lebensfrohe und experimentier-freudige Künstlerin kennt, ist erstaunt über die meist sehr dezidierte farbliche Gestaltung ihrer Bilder und die sichere Verwirklichung formaler Gedanken. Die Palette ihrer Bilder ist vielschichtig, und so vermag sie auch - oft im Einklang mit den gleichzeitig entstandenen Gedichtfragmenten - verschiedene Stimmungen und Inhalte auszudrücken. Viel Weite liegt in ihren Bildern, Horizont und viel Himmel.

Besonders beeindruckend für den Betrachter ist, wie man eine friedvolle Ruhe spürt und empfindet, ja eine gewisse Abgeklärtheit und eine tiefe Liebe und Ehrfurcht zur Natur und den Menschen. Der Künstlerin fällt es leicht, eine Brücke zu schlagen zu ihren Poesiebeiträgen, in denen gleichermassen "Bilder" aufgezeichnet werden, Bilder in Worte gefasst, die zum Nachdenken zwingen und Zeugnis ablegen ihres teils esoterisch-medialen, teils philosophisch-psychologischen Denkens. Weit reichen auch die Titel ihrer Gemälde und Gedichte. Sie zeugen von der Auseinandersetzung mit Fragen des Lebens, der Wahrheit, aber auch des Todes. Ihre Fragen nach dem "Woher komme ich? Wer bin ich? Wohin will ich?" sind ausdrucksstark in ihren Kunstformen hörbar. Ein Kritiker hat die Künstlerin einmal verglichen mit einem Prediger, mit medialen Fähigkeiten gesegnet, der bewusst machen wolle und könne, was andere nur ahnen, und Zwischentöne setze wie etwa in Gottes Farbenlehre. Und es ist etwas wahres daran: Wir erfahren und spüren Farbklänge, Akzente und einen Ausdruck von Stimmungen in kaum gesehener Bandbreite.